Thuja stirbt ab | JOHO Garten AG

Thuja stirbt ab

«DER TOD KOMMT EIN JAHR SPÄTER.»

Warum der Hitzesommer für viele Nadelgehölze noch lange nicht vorbei ist.

 
Der Sommer ist vorbei. Die Temperaturen sind gesunken, die ersten Herbsttage bringen etwas Erleichterung und in unseren Gärten kehrt langsam Ruhe ein. Doch während sich manche Pflanzen von den Strapazen des Hitzesommers 2026 bereits erholen, könnte für andere das böse Erwachen erst noch kommen. Besonders bei Nadelgehölzen wie Thuja, Fichten und Föhren zeigt sich das wahre Ausmass der Trockenheit oft erst Monate später. Was heute noch grün aussieht, muss längst nicht mehr gesund sein. Und was wir im kommenden Frühjahr und Sommer zu sehen bekommen, könnte viele Gartenbesitzer überraschen. Woher wir das wissen? Weil wir etwas ganz Ähnliches schon einmal erlebt haben.

2003 WAR DER SOMMER HEISS.
2004 KAM DAS BÖSE ERWACHEN.

Mehr als 20 Jahre ist es her, doch Ueli Joho erinnert sich noch gut an den Hitzesommer 2003. Damals war er noch als angestellter Gärtner tätig und erlebte hautnah mit, wie die aussergewöhnliche Trockenheit den Gehölzen zusetzte. Besonders die Föhren litten. Als sich erste Schäden und Pilzerkrankungen zeigten, wurde ihm aufgetragen, die betroffenen Bäume mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln. Ueli führte die Arbeiten aus, hinterfragte aber bereits damals, ob die Pilze tatsächlich das eigentliche Problem waren. Seine Vermutung: Die extreme Trockenheit hatte die Bäume so stark geschwächt, dass Krankheitserreger leichtes Spiel hatten. Und tatsächlich zeigte sich im darauffolgenden Jahr, dass die Behandlungen in vielen Fällen nichts mehr ausrichten konnten. Zahlreiche Föhren starben ab und mussten entfernt werden. Nicht, weil man den Pilz zu spät bekämpft hatte, sondern weil die Bäume durch den massiven Wassermangel bereits schwer geschädigt waren. Eine Erfahrung, die Ueli bis heute prägt. Und eine Geschichte, die sich nach dem Hitzesommer 2026 durchaus wiederholen könnte.

Nadelgehölze sterben ab | JOHO Garten AG
Nadelgehölze sterben ab | JOHO Garten AG

NOCH GRÜN. ABER WIE LANGE?

Während Laubbäume auf Trockenstress häufig mit welken Blättern, vorzeitigem Blattabwurf oder sichtbaren Blattschäden reagieren, lassen sich viele Nadelgehölze deutlich länger nichts anmerken. Das liegt unter anderem an ihrer besonderen Pflanzenstruktur und daran, dass sichtbare Reaktionen auf Wassermangel verzögert auftreten können. Nadelgehölze enthalten Harze und ätherische Öle, die verschiedene Schutzfunktionen übernehmen. Sie können jedoch nicht verhindern, dass anhaltende Trockenheit die Wasserleitbahnen und das Gewebe der Pflanzen schädigt. Besonders tückisch: Selbst wenn ein Baum oder eine Hecke bereits massiv unter Wassermangel gelitten hat, können die Nadeln zunächst noch grün bleiben. Erst Wochen oder Monate später verfärben sie sich braun, vertrocknen oder fallen ab. Deshalb lässt sich heute noch gar nicht abschliessend beurteilen, welche Nadelgehölze den Sommer 2026 tatsächlich überstanden haben. Die eigentliche Bilanz werden wir vielerorts erst im kommenden Jahr ziehen können.

THUJA – DER TODESSTOSS?

Sie war jahrzehntelang der Klassiker unter den Sichtschutzhecken. Immergrün, dicht, vergleichsweise pflegeleicht und zuverlässig. Die Thuja gehörte für viele Gartenbesitzer einfach dazu. Doch wer heute durch das Schweizer Mittelland fährt, sieht vielerorts ein anderes Bild: braune Stellen, kahle Abschnitte und ganze Hecken, die ihre besten Zeiten offensichtlich hinter sich haben. Die zunehmend heissen und trockenen Sommer setzen den Pflanzen massiv zu. Hinzu kommen Bodenverhältnisse, die an manchen Standorten eine ausreichende Wasserversorgung zusätzlich erschweren. Thuja stirbt ab. Und das Problem beschränkt sich nicht auf Thuja. Auch Fichten und andere Nadelgehölze geraten unter Druck. Gerade bei älteren, gross gewachsenen Pflanzen reicht das verfügbare Wasser während längerer Trockenperioden oft nicht mehr aus. Was früher über Jahrzehnte funktioniert hat, muss unter den heutigen klimatischen Bedingungen nicht mehr funktionieren. Für uns bei JOHO ist deshalb klar: Die klassische Thujahecke ist in unserer Region kein zukunftsfähiges Gartenkonzept mehr.

Thuja stirbt ab | JOHO Garten AG
Thuja stirbt ab | JOHO Garten AG

FÜR THUJA GIBT ES NUR NOCH EINEN SCHNITT: 10 CM ÜBER DEM BODEN.

Das klingt radikal? Vielleicht. Aber wir bei JOHO haben eine klare Haltung: Statt Jahr für Jahr Geld in eine Hecke zu investieren, deren Tage längst gezählt sind, empfehlen wir einen konsequenten Neuanfang. Natürlich könnte man eine geschwächte Thujahecke nochmals schneiden, kahle Stellen kaschieren oder versuchen, ihr mit zusätzlicher Pflege etwas Zeit zu verschaffen. Doch stark geschädigte Thujahecken regenerieren sich nur schlecht. Aus altem, kahlem Holz treiben sie in der Regel nicht mehr aus. Und selbst wenn eine Hecke heute noch einigermassen ansehnlich ist, stellt sich die Frage, wie lange das unter den veränderten Bedingungen so bleibt. Wir haben deshalb entschieden, bei unseren Kunden praktisch keine Thujahecken mehr zu schneiden. Eine einzige Ausnahme gibt es noch, bei der wir die Pflege vorübergehend weiterführen. Bei allen anderen wäre es aus unserer Sicht nicht ehrlich, weiterhin Geld für etwas zu verlangen, von dessen langfristiger Zukunft wir selbst nicht mehr überzeugt sind. Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Für Thuja gibt es aus unserer Sicht eigentlich nur noch einen sinnvollen Schnitt – 10 cm über dem Boden. Das ist keine Entscheidung aus einer Laune heraus, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung und unserer täglichen Beobachtung, wie sich die Bedingungen in unseren Gärten verändern.

WAS NÜTZT EINE IMMERGRÜNE HECKE,
WENN SIE NUR NOCH BRAUN IST?

Genau diese Frage sollten wir uns stellen, wenn wir heute über die Zukunft unserer Gärten nachdenken. Denn eine Hecke soll nicht nur Sichtschutz bieten. Sie soll gesund wachsen, langfristig bestehen und möglichst wenig Probleme verursachen. Eine durchgehende Thujahecke besteht aus einer einzigen Pflanzenart. Gerät diese Art durch Trockenheit, Krankheiten oder andere Umweltfaktoren unter Druck, kann im schlimmsten Fall die gesamte Hecke betroffen sein. Und dann? Werden aus 30 Metern Sichtschutz plötzlich 30 Meter Problemfall. Deshalb setzen wir bei JOHO künftig konsequent auf standortgerechte Mischhecken. Sie bestehen aus verschiedenen Gehölzarten, die unterschiedliche Eigenschaften und Ansprüche mitbringen. Fällt eine Pflanze aus, muss nicht gleich die gesamte Hecke ersetzt werden. Einzelne Gehölze können gezielt ausgetauscht werden, während der Rest weiterwächst. Das macht die Bepflanzung anpassungsfähiger und kann das Risiko grossflächiger Ausfälle reduzieren. Gleichzeitig entstehen abwechslungsreiche, lebendige Gartenbilder, die weit mehr zu bieten haben als eine durchgehend grüne Wand.

Thuja stirbt ab | JOHO Garten AG
Bunte Mischhecken | JOHO Garten AG

DIE HECKE DER ZUKUNFT DARF
RUHIG ETWAS BUNTER SEIN.

Eine Mischhecke ist nicht einfach eine Notlösung für ausgediente Thujahecken. Sie ist eine Chance, unsere Gärten vielfältiger, widerstandsfähiger und ökologisch wertvoller zu gestalten. Einheimische Gehölze wie Kornelkirsche, Hainbuche, Feldahorn, Liguster oder Weissdorn können – je nach Standort und Platzverhältnissen – eine sinnvolle Kombination bilden. Manche blühen im Frühling, andere tragen im Herbst Früchte oder begeistern mit einer schönen Laubfärbung. Gleichzeitig bieten sie Nahrung und Lebensraum für Vögel, Insekten und zahlreiche andere Gartenbewohner. Natürlich braucht eine Mischhecke etwas mehr Planung als eine Reihe identischer Pflanzen. Nicht jedes Gehölz passt an jeden Standort, und auch einheimische Arten sind nicht automatisch gegen Hitze und Trockenheit gewappnet. Entscheidend ist, die Pflanzen so auszuwählen, dass sie mit den vorhandenen Bodenverhältnissen, dem verfügbaren Wasser und den künftigen klimatischen Bedingungen möglichst gut zurechtkommen. Genau darin liegt für uns der Schlüssel zu einer nachhaltigen Gartengestaltung.

NICHT ALLES, WAS NOCH GRÜN IST,
HAT DEN SOMMER ÜBERLEBT.

Was bedeutet das nun für Gartenbesitzer, deren Nadelgehölze nach dem Hitzesommer 2026 noch einigermassen gesund aussehen? Zunächst einmal: aufmerksam bleiben. Nicht jede braune Stelle bedeutet, dass eine Pflanze verloren ist. Einzelne Verfärbungen können unterschiedliche Ursachen haben, und nicht jedes geschwächte Gehölz muss sofort entfernt werden. Umgekehrt ist eine grüne Krone noch keine Garantie dafür, dass die Pflanze den Sommer unbeschadet überstanden hat. Gerade bei Fichten, Föhren und anderen Nadelgehölzen können sich schwere Trockenschäden erst mit erheblicher Verzögerung zeigen. Deshalb lohnt es sich, die Entwicklung über die kommenden Monate genau zu beobachten und bei auffälligen Veränderungen eine fachliche Beurteilung vorzunehmen. Wo Gehölze bereits eindeutig abgestorben sind, macht weiteres Zuwarten meist wenig Sinn. Wo noch Leben vorhanden ist, muss individuell entschieden werden, ob sich eine Erhaltung lohnt. Denn manchmal braucht ein Garten Geduld. Und manchmal braucht er einen Neuanfang.

Nadelgehölze sterben ab | JOHO Garten AG

DER NÄCHSTE HITZESOMMER KOMMT BESTIMMT.

Der Sommer 2026 hat uns einmal mehr gezeigt, wie stark sich die Bedingungen in unseren Gärten verändern. Und die Erfahrungen aus dem Jahr 2003 erinnern uns daran, dass die Folgen extremer Trockenheit nicht immer sofort sichtbar werden. Was wir heute pflanzen, soll schliesslich nicht nur den nächsten Frühling überstehen, sondern möglichst viele Jahre Freude bereiten. Deshalb denken wir bei JOHO längst nicht mehr nur darüber nach, welche Pflanzen schön aussehen oder besonders schnell Sichtschutz bieten. Wir fragen uns vor allem, welche Gehölze unter den gegebenen Standortbedingungen auch langfristig eine gute Zukunft haben. Manchmal bedeutet das, sich von einer vertrauten Pflanze zu verabschieden. Nicht, weil sie uns nicht mehr gefällt, sondern weil sich die Welt um sie herum verändert hat. Und wenn wir aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre etwas gelernt haben, dann dies: Gute Gartenpflege bedeutet nicht, um jeden Preis am Alten festzuhalten. Sondern rechtzeitig die richtigen Entscheidungen für morgen zu treffen.

Bunte Mischhecken | JOHO Garten AG